Die Lebensgeschichte von Arno Mikolajek und seiner Familie ist eine typische Geschichte der Vertreibung. Der damals 16jährige Arno hatte zur Zeit seiner Vertreibung im Mai 1946 schon die Ab- und Durchreise von unzähligen deutschen Flüchtlingen, ein Jahr sowjetischer Besatzungszeit, die Ankunft der polnischen Umsiedler und die polnische Inbesitznahme des deutschen Eigentums miterlebt:
1930 in Breslau geboren, zog er im Jahr 1943 auf den Hof seiner Großeltern nach Zillerthal Erdmannsdorf im Riesengebirge, nachdem in Breslau seine Oberschule evakuiert worden war. Ab diesem Zeitpunkt fand der Schulunterricht im nahe gelegenen Hirschberg immer unregelmäßiger statt, je nach dem wie häufig die Jugendlichen in der Landwirtschaft, bei der Betreuung von Flüchtlingen und im Schanzunternehmen Barthold, dem Stellungsbau, eingesetzt wurden. Arno Mikolajek schildert eindringlich die ersten Monate der sowjetischen Besatzungszeit, die er versteckt in einem Verschlag auf dem großelterlichen Bauernhof überlebte. Mit der Übernahme des Hofes durch ein polnisches Ehepaar begann für die Familie eine demütigende Zeit, in der sie jedoch fest entschlossen war, den Hof nicht zu verlassen. Anfang Mai 1946 wurde Arno Mikolajek zusammen mit seinen Großeltern, seiner Mutter und seiner Pflegeschwester von der polnischen Miliz innerhalb einer Viertelstunde vom Hof vertrieben. Sie durften jeder nur einen Rucksack und ein Stück Handgepäck mitnehmen. Es begann eine Reise ins Ungewisse: zu Fuß, auf Karren und mit dem Zug gen Westen. Nach zahlreichen Aufenthalten in Lagern endete die Flucht in Ehmen (Niedersachsen) in der Nähe von Wolfsburg. Seine Erfahrungen im Lager, die Kontakte mit den Einheimischen und besonders die Zeit der Not, des Hungers und Entbehrens sind noch heute sehr präsent und werden detailliert von Arno Mikolajek beschrieben.