Herr Yiannis Tamtakos wurde im Jahr 1908 in Fokia in Kleinasien (heute Türkei) geboren. Er stammt aus einer Familie von Arbeitern und Handwerkern. In seinem Leben wurde er zwei Mal umgesiedelt bzw. musste fliehen. Zuerst verließ die Familie das heimatliche Fokia im Ersten Weltkrieg während einer ersten Welle von Vertreibungen durch die Türken. In den Jahren 1914 bis 1919 lebte die Familie in Thessaloniki. Die Flucht führte zum Verlust des gesamten Eigentums der Familie, so dass Herr Tamtakos schon als 6jähriger durch eine Tätigkeit als Schuhputzer zum Familieneinkommen beitragen musste. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs kehrte die Familie im Jahr 1919 ins zerstörte Fokia zurück, wo Herr Tamtakos auch noch einige Jahre zur Schule ging. Durch den griechisch-türkischen Krieg wurde die Familie Tamtakos im Jahr 1922 wiederum zu Flüchtlingen und musste Fokia nun auf Dauer verlassen, um sich endgültig in Griechenland anzusiedeln. Hier wurde Herr Tamtakos zum Schuster ausgebildet und wurde auch zu einem politisch engagierten Menschen. Er betätigte sich insbesondere in der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaft. Sein politisches Engagement führte dazu, dass er zur Zeit der Metaxas-Diktatur in den 1930er Jahren ins Exil gehen musste. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lebte er in den 1950er Jahren für einige Zeit in Australien, das er aber wieder verließ, nachdem seine Hoffnungen auf ein neues und besseres Leben sich dort nicht erfüllt hatten. Die Rolle der Flüchtlinge und ihr einseitiges Bild als Opfer, das mit einem Feindbild der Türken einhergeht, sieht Herr Tamtakos heute kritisch.