Anna Damm wurde 1929 in Lemberg im damaligen Polen geboren. Sie wuchs in einer wohlhabenden großbürgerlichen polnischen Familie im Zentrum von Lemberg auf: Ihre Großeltern waren Industrielle. Ihr Vater war Beamter und ihre Mutter Lehrerin. Sie erzählt lebhaft und wehmütig über das rege soziale und kulturelle Leben in Lemberg vor Kriegsbeginn. Ihre eigene tolerante und liberale Erziehung gibt sie als Grund für die engen Beziehungen und das komplikationslose Zusammenleben mit polnischen Juden, Ukrainern und katholischen Polen an. Sie vergleicht die Zeit der russischen und deutschen Besatzung, mit der auch ihre schlimmsten Erinnerungen verknüpft sind: Hunger und der Verlust der engen jüdischen Freunde, die ins Getto mussten. Wichtige Teile ihrer Erzählung nehmen auch die Umsiedlung und der Transport nach Breslau (Wroclaw) als 17jähriges junges Mädchen, der Aufbau von Wroclaw und ihre Fremdheitsgefühle gegenüber der Stadt ein. Sie ist aktives Mitglied der Gesellschaft für Lemberger und Südostkresyfreunde.