Jadwiga Hanel wurde 1929 in Lemberg geboren. Ihre Kindheit in einer bürgerlichen Familie in Lemberg nahm nach der Ermordung ihres Vaters, der Richter war, und dem Tod ihrer Mutter kurze Zeit später im Jahr 1931 ein jähes Ende. Mit nicht einmal drei Jahren kam sie zunächst in ein polnisches Waisenhaus in Lemberg und später zu verschiedenen Pflegefamilien in der ländlichen Umgebung von Lemberg. Der Großteil ihrer Familie wurde während der russischen Besatzungszeit in den Jahren von 1939 bis 1941 ermordet oder nach Sibirien gebracht. Ihr Leben als Waisenkind bei verschiedenen meist bäuerlichen Pflegefamilien in Siemianowka war geprägt durch harte Arbeit und stete Diskriminierungen, gegen die sie sich mit zunehmendem Alter wehren konnte. Aus der Perspektive eines Kindes erinnert sie sich an die polnisch-ukrainischen und polnisch-jüdischen Beziehungen sowie an die erste und zweite Besatzungszeit der Russen (1939-1941 und ab 1944) und die Besatzung der Deutschen in den Jahren 1941-1944.
Ihre Umsiedlung als 17Jährige begann in einem Lemberger Transport, führte über Krakau nach Olesnica (eine Stadt 30 km von Wroclaw entfernt) und endete 1947 in Wroclaw. Dort erlebte sie über die Jahre hinweg einen sozialen und gesellschaftlichen Aufstieg, der sie noch heute mit großem Stolz erfüllt. Sie ist aktives Mitglied der Gesellschaft für Lemberger und Südostkresyfreunde.